Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for the ‘AIKIDO-Welt’ Category

gebet„Verneigen ist eine sehr ernste Praxis …“ (S. Suzuki).

Mit zarei (座礼) bezeichnet man in den japanischen Kampfkünsten die Verbeugung im Sitzen.

„Verbeugen“ kommt von „beugen“ – dem Veranlassungswort von „biegen“ und heißt also eigentlich: „biegen machen“ – oder reflexiv:  „sich unterwerfen“. Kein Wunder tun wir uns damit schwer!

In Japan ist das Verbeugen zu den verschiedensten Anlässen sehr üblich. Wo wir uns in der Regel zur gegenseitigen Begrüßung die Hände schütteln, verneigen sich die Japaner. Dabei gibt es verschiedene Stufen, ganz nach Situation oder Position des Gegenüber.Die Verbeugung selbst heißt auf japanisch rei ( 礼), und neben zarei, gibt es auch ritsu-rei (立礼), die ist die Verbeugung im Stehen.

Das Grüßen beim Betreten des Dojo, das Grüßen vor dem Betreten der Matte, das Grüßen der kamiza (also auch Osenseis), das Grüßen des eigenen Lehrers und das Be- und Abgrüßen mit dem Partner – da kann einem Durchschnittseuropäer, der vermutlich weit weniger Höflichkeitsformen gewöhnt ist, schon etwas schwindelig werden. Man kann sich an Formen der Etikette reiben, ja man kann sie auch anzweifeln – aber zumindest ist es zu empfehlen, sich erst einmal darauf einzulassen und der Form ihren Raum zu geben, zu spüren, was das Einnehmen der Form (vielleicht auch im Verlauf von Wochen) mit uns macht. Relativ gut lässt sich bei Übenden am zarei ablesen, ob die ‚Innenbewegung‘ der ‚Außenbewegung‘ (-> Dore Jacobs) folgt, oder ob die Bewegung schlicht mechanisch – und damit auch wertlos (achtlos) – ausgeführt wird.

Wie stark in einem Dojo Höflichkeitsformen gepflegt werden, ist sehr unterschiedlich und auch im Training selbst, wird der Etikette nicht bei jedem der gleiche Raum eingeräumt.

Im Entwurf für eine Dojokun für die Kids unseres Vereins heißt es:za-rei1

„Dass du in einem schönen Raum mit Anderen üben darfst ist eine prima Sache! Wir wollen in diesem Raum achtsam sein und einen guten Umgang miteinander pflegen. Mit einem kurzen Gruß in Form einer leichten Verbeugung zeigst du an, dass du dich im Übungsraum und ihm gegenüber respektvoll verhalten willst. Von alters her ist die Verbeugung das Zeichen der Höflichkeit in den japanischen Kampfkünsten. Der Gruß symbolisiert:
– Begrüßung oder Verabschiedung
– Zeichen des Respekts voreinander
– Zeichen der Achtsamkeit und der Vorsicht beim gemeinsamen Üben
– Bitte oder Dank.“
leer

Die äußere Form

Für den Abstand der Knie wird meist das Maß zweier Fäuste angegeben. Ob die Verbeugung immer exakt so durchgeführt werden muss, wie das Bild oben rechts Nahe legt, ist zu bezweifeln. Die cm-genau angegebenen Abstände machen aber deutlich wo die Schwerpunkte liegen. Deutlich kann man z. B. sehen, dass die Finger leicht nach innen zeigen. Manche Aikidokas führen die Hände gleichzeitig zum Boden. Andere, wie ich selbst, folgen der eher traditionellen Budo-Form der Schwertkunst und beginnen mit der linken Hand. Die rechte Hand, – üblicherweise die Hand, die bei Gefahr zum Schwert griff –, blieb so länger in der Luft, um schnell reagieren zu können.

leer

(mehr …)

Read Full Post »

Maus meets Aikido

Der Pforzheimer Verein „Aikido Kenshukai Pforzheim“ (im SV 98 Brötzingen) hat einen tollen Film gedreht.

(mehr …)

Read Full Post »

Gestern wurde ich beim Samstagstraining auf einen Aspekt aufmerksam, der „auf der Matte“ selten vorkommt. Oliver Maile sprach davon, eine Ki-Übung erklärend, wie wichtig es sein könne, solche Ideen, Muster oder vorteilhafte Verhaltensweisen „ins andere Leben …“ hinein zu nehmen. In gewisser Weise war dies ein ‚freudscher Versprecher‘, denn Oliver sieht das Üben am und mit dem Körper, erst recht nicht jenes in Einheit von Geist und Körper (Shin-shin-toitsu), als etwas außerhalb unserer Selbst an. Aber in der Praxis trennen wir das Gelernte tatsächlich häufig von unseren Alltagserfahrungen, obwohl sich die Parallelen geradezu aufdrängen. Wir üben dann manchmal ‚für die Matte‘ und nicht für das „andere Leben“.

Dore Jacobs aus Essen, zu der ich gestern einen kurzen Text in den Blog gesetzt habe (siehe: Tellerrand), schreibt zum Komplex Bewegung & Alltag:

(mehr …)

Read Full Post »

André Protin schreibt in seinem Buch: „Aikido. Die Kampfkunst ohne Gewalt …“ zum Thema:

„… Das eigene Leben zu verteidigen, ist jedermann gegeben; es aber zu verteidigen, ohne das Leben eines anderen zu gefährden, ist viel schwieriger, und eben diese ist Sinn und Zweck des Aikido. Denn in dem Wissen, dass die Gewalt in uns allen angelegt ist, weigert sich Aikido, ihre Existenz zu verleugnen. Aber ebenso wenig kriecht es vor der Gewalt zu Kreuze, indem es das eigene Tun zu einer Art körperlicher Ausdrucksübung verharmlost. Da es selbst aus blutrünstiger Gewalt hervorgegangen ist, kennt Aikido das Faszinosum der Gewalt: Sie befreit uns von den Fesseln aller Ängste und Rücksichten. Aus diesen Gründen bekämpft es die Gewalt in ihrem eigenen Rahmen und unter den Bedingungen ihrer spektakulärsten und zugleich geläufigsten Äußerungen. Es tritt ihr nicht mit gleicher Macht und Gewalt entgegen, sondern hält ihr nur einen Spiegel vor, den unbestechlichen Spiegel eines gelassenen, friedenstiftenden Geistes.“
(A. Protin, [2, Aufl.]  1986: 122)

Read Full Post »

In vielen Dojos auf der Welt ist es üblich, wichtige Kernsätze auf Japanisch zu sagen. So häufig die Begrüßung, das Abgrüßen oder auch das Zählen.

Ehrlich gesagt ist mir der Sinn nicht ganz klar.

Während ich es sehr gut verstehe, dass man die »Techniken« in einer gemeinsamen Fachsprache benennt, so wie auch für Ärzte beispielsweise auf der ganzen Welt ein „Appendix“ der Wurmfortsatz des Blinddarms ist, bleiben mir eine Reihe von Formeln (auch solche die ich selbst verwende, wie das „Rei“) im Kern eigentlich unverständlich. Die ‚gemeinsame Sprache’ ermöglicht international den schnellen und effektiven Kontakt, die Auseinandersetzung. Aber welcher Arzt würde auf die Idee kommen, seine Kollegen auf lateinisch zu begrüßen?

taroyamada

Weshalb also nicht ein offenes und schmuckloses »Danke« – braucht mein aufrichtiger Dank eine exotische Hülle aus Cellophan? Ich denke nein.

(mehr …)

Read Full Post »

Frank Ostoff trägt den 5. Dan Aikikai (Tokio) und leitet das Aikido-Zentrum-Düsseldorf.

Als Ingenieursassistent kam er nach Oldenburg. Während er die Meisterschule für das Mechanikerhandwerk besuchte, begann er dort mit Aikido. Angeregt durch seine Lehrer  führte ihn sein Weg zum Aikido-Zen Institut von Gerhard Walter in Berlin. Die Zeit dort als Meisterschüler ermöglichte es ihm, sein Studium bei Christian Tissier in Paris fortzusetzen. Dort vertiefte sich der Kontakt zu Yamaguchi Sensei und Endo Sensei und er folgte ihren Einladungen nach Japan. ostoff-frankundjens

1991 eröffnete er das Aikido Dojo Düsseldorf und begann seine Lehrtätigkeit. Die Teilnahme an vielen internationalen Lehrgängen schuf Freundschaften und gute Kontakte zu anderen Aikido-Meistern aus Europa und Japan, die seine Arbeit im Zentrum unterstützen und bereichern. Daraus entwickelte sich auch die langjährige und kreative Zusammenarbeit mit Jan Nevelius und Jorma Lyly aus Stockholm. Jedes Jahr leiten die drei ein internationales Sommerseminar in Lillsved an der schwedischen Küste.

(mehr …)

Read Full Post »

Am 27. u. 28. März 2009 war Frank Ostoff (Düsseldorf, 5. Dan Aikikai) zu Gast beim Aikido-Verein-Esslingen.

Leider konnte ich nur das Training am Samstagmorgen besuchen. Nachdem ich nun seit ca. 1 Woche versuche den Blog „Aiki-Lab“(oratorium) zu entwickeln, staunte ich natürlich nicht schlecht, als Frank seine Ausführungen am Morgen mit den einleitenden Worten begann, es ginge vor allem bei dem Lehrgang darum
„zu experimentieren“ und Freude zu haben.
Ganz in diesem Sinne ostoff-franktsukiforderte er uns erst einmal auf, „Aikido zu vergessen“. Denn wenn wir an Aikido denken, bewegen wir uns falsch und unnatürlich – waren seine Worte.

Es ging in den folgenden 2 1/2 Stunden immer wieder um die „Mittelachse“, die Frank mit dem Periskop eine U-Boots verglich. Auch ein Periskop kann nur wirklich funktionieren, wenn es die Gerade nicht ‘verlässt‘. Das Training mit Frank ist sehr spielerisch und regt immer wieder dazu an, den eigenen Körper bewusst wahrzunehmen. Mir selbst ging es so, dass ich bei einer Übung mit dem Partner in einer schier absurden Position verharrte, weil ich auf eine weitere Führung von ihm, einen Impuls, wartete, um weiter zu machen. Als ob mein Körper nicht selbst wüsste, welche Körperhaltung ihm gut tun würde. Ganz offensichtlich hatte ich noch den „Survival-Modus“ eingeschaltet, wie Frank an einer anderen Stelle bemerkte. Tatsache ist, wir haben häufig viel „künstliches“ internalisiert in unserer KampfKUNST – das wurde schnell klar.

Frank betonte beim Lehrgang das „Innternal Ukemi“, nicht die bloße Konzentration auf uke oder den Kampf.

Ein Lehrgang bei Frank ist allen Freunden der rollenden Kampfkunst wärmstens zu empfehlen!

Read Full Post »

Aiki-Otoshi oder Schau, da oben fliegt ein Flugzeug

(mehr …)

Read Full Post »

Freiheit, Dynamik und Stand

Von Gerhard Walter (7. Dan, Aikido-Zen) gibt es einen neuen Kurzfilm auf YouTube, in dem er über Stand, Bewegung und die damit verbundene Kraft spricht.

Kurz, klar, verständlich und außerdem nett anzusehen.

Read Full Post »

Tsuzukiwaza

Im Ki No Ken Kyukai wurden Taigis (Kata ähnliche Formen zu zweit) entwickelt, damit Schüler die Techniken nachhaltig internalisieren können.

Ein gutes Beispiel dafür (Tsuzukiwaza 1) findet man mit Ruglioni Giuseppe Shihan bei YouTube:

(mehr …)

Read Full Post »

Older Posts »